Der März in Chile: Rückblick auf die Proteste – 3

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In der Nähe des Plaza Italia werden abermals mehrere Demonstrierende von der Polizei angefahren. Laut Innenminister kommt es am Supermontag zu 283 Festnahmen und 76 verletzten Polizisten. In Santiago und Antofagasta berichten Demonstrierende von Kopf- und Augenverletzungen durch Tränengasgranaten. 

Präsident Piñera schafft es, in einem 35-minütigen Interview 33 mal das Wort violencia (Gewalt) zu sagen: 

Nach längerer Zeit berichten heute auch mal wieder die deutschen Medien über Chile, zumindest mit Kurzbeiträgen wie Der Spiegel und die Tagesschau.

3. März – die Verhaftungen nehmen zu

Heute ist es so weit: Das chilenische Gesundheitsministerium (Minsal) verkündet den ersten Coronafall im Land. Ein Arzt, der aus Singapur zurückgekommen ist. Doch noch stehen die sozialen Unruhen im Fokus der Aufmerksamkeit.

Die chilenische Polizei versucht sich an einer neuen Taktik, den Vermummten aus der primera linea Herr zu werden. Bei den sogenannten encerronas werden die Demonstrierenden in eine Falle gelockt, indem die Polizei plötzlich aus entgegengesetzten Richtungen anrückt und den Leuten nur noch ein einziger Weg zur Flucht bleibt. 

Encerrona der chilenischen Polizei am 3. März nähe des Plaza Italia

Dieser Fluchtweg wird ihnen ebenfalls durch Polizisten abgeschnitten, so dass sie letztendlich eingekesselt sind. Ich habe diese nicht ungefährlichen Manöver mehrmals am Plaza Italia erlebt, als z.B. Demonstrierende zu Hunderten über die Brücke Pio Nono gejagt wurden. Der Polizei gelingt es nach eigenen Angaben an diesem Dienstag auf diese Weise, 29 Personen festzunehmen.

“Bei den Festgenommen handelt es sich nicht um Demonstrierende, sondern um Personen, die der Polizei absichtlich Schaden zufügen wollen”, erklärt der polizeiliche Generalinspektor der Metropolregion Santiago. 

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