Chronologie der “Evasión masiva” – Die Geburtswehen der chilenischen Revolte (7)

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Zwar seien durch die Proteste in der Metro auch die Arbeiter betroffen, doch das wichtigste sei: “Die Nachricht ist überbracht, und die Politik muss jetzt reagieren.”

Während Regierungsvertreter die Proteste noch immer weitgehend ignorieren, wird durch das TV-Interview deutlich, welch fundamentale Bedeutung den Schülern bei der sich abzeichnenden sozialen Debatte zu diesem Zeitpunkt bereits zukommt. Über 15 Minuten ist Peréz als Vertreter des Instituto Nacional und damit der kollektiv schwarzfahrenden Schülerschaft zur Hauptsendezeit zu sehen.

16. Oktober: “Die ganze Härte des Gesetzes”

Am nächsten Tag reagiert die Politik dann tatsächlich – und schickt eine äußerst repressiv agierende Polizei. Die Carabineros riegeln reihenweise Stationen ab, auch wenn sich in diesen noch Fahrgäste befinden, wie z. B. am Plaza de Armas mitten in Santiagos Innenstadt. Hier brechen die Schüler wenig später die Tore der Station auf:

An der Station Santa Ana kann man Ähnliches beobachten. Während ein Polizist am Nachmittag eingeschlossene Passagiere mit einer Tränengasgranate traktiert, verschaffen sich Schüler am Abend gewaltsam Zugang:   

Mittlerweile haben sich auch erwachsene Fahrgäste den Protesten angeschlossen und fahren schwarz. Insgesamt 11 Stationen stellen heute vorübergehend ihren Betrieb ein. Sieben Schüler werden wegen Vandalismus festgenommen, darunter eine 13-Jährige. Bei den Festnahmen geht die Polizei äußerst rabiat vor:

Der Präsident der Metro, Louis de Grange, will die “ganze Härte des Gesetzes” ausschöpfen, um gegen die “Gewalt” vorzugehen. Er bekommt am Abend Rückenwind von Präsident Sebastián Piñera, der sich erstmals zu den Protesten äußert: “Ich verurteile alle, die glauben, sie könnten protestieren, ohne die Gesetze zu respektieren.”

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