Bewegungsdaten: Viele Chilenos auch ohne staatliche Verordnung Corona-bewusst – 3

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Eine Aufteilung der Daten nach Regionen bietet Google für Chile leider nicht an; anders als bei den Daten für Deutschland, die Statistiken für jedes Bundesland beinhalten. Mit seiner globalen Bewegungsdatenbank möchte der US-Konzern laut eigener Aussage “Experten des Gesundheitssystems helfen”.

Sie sollen besser verstehen können, wie die Menschen auf Maßnahmen des Social Distancings reagieren – und der US-Konzern bringt sich ja gerne regelmäßig als quasi-staatlicher Akteur ins Spiel.

Standortdaten sind eines der großen Themen der Coronakrise. Zweifelsohne können sie zum Eindämmen der Pandemie nützlich sein. Vor allem asiatische Länder wie China und Südkorea haben Handydaten zur Kontaktverfolgung von Infizierten benutzt. 

In Deutschland kommt die Corona-App

Zwar konnten sich die Südkoreaner hier über eine im Vergleich zu anderen Ländern recht großzügig aufrecht erhaltene Bewegungsfreiheit freuen. Sie hatten aber auch gar keine andere Wahl: Das Tracking ist für alle Bürger obligatorisch – und beinhaltet neben den Standortdaten auch sensible andere Informationen, die teilweise sogar veröffentlicht werden. 

Auch wenn Corona-Tracking und Datenschutz kein notwendiger Widerspruch sind, wird ein gesetzlich vorgeschriebenes Tracking von Standortdaten in Deutschland vorerst nicht stattfinden. Nachdem zahlreiche Datenschützer Bedenken angemeldet hatten, flossen die entsprechenden Passagen nicht in das neue “Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite” mit ein.

Stattdessen wird es wohl eine Corona-App geben, die keine Standortdaten und Bewegungsprofile erhebt, geschweige denn speichert. Sie soll über Bluetooth informieren, falls man Kontakt zu einer infizierten Person hat.

Vorausgesetzt, beide Personen nutzen die App. Ihre Benutzung soll freiwillig sein. Denn wie sagt Linus Neumann vom Chaos Computer Club so schön: “Die Pandemie wird vorbeigehen, Grundrechtsaufweichungen üblicherweise nicht.”

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